Warum Anleger den Markt unterbieten: Die Gefahr von Performance Chasing
Wer vergangenen Renditen hinterherjagt, verliert oft mehr als durch hohe Fondsgebühren.
Zusammenfassung in 30 Sekunden
Viele Anleger schneiden schlechter ab als der Gesamtmarkt, weil sie vergangenen Renditen hinterherjagen. Sie steigen nach Kursgewinnen ein und verkaufen nach Verlusten. Dadurch entsteht eine Performance-Lücke von jährlich 1,5 bis 2 Prozentpunkte – bei volatilen Themenfonds oft noch deutlich mehr. Dieses falsche Timing kostet Investoren häufig mehr als hohe Fondsgebühren. Eine erfolgreiche Anlagestrategie erfordert Disziplin: Man muss ein Portfolio wählen, dessen Kursschwankungen man auch in schwierigen Marktphasen durchhalten kann.
Zentrale Begriffe
Die Performance-LückePerformance Gap
Der Unterschied zwischen der Rendite eines Fonds und der tatsächlichen Rendite der Anleger entsteht durch schlechtes Timing. Anleger kaufen meist nach Kursanstiegen und verkaufen nach Einbrüchen.
Der ARKK-Fonds von Cathie Wood
Der ARK Innovation ETF verzeichnete seit seiner Auflegung bis Mai 2023 eine positive zeitgewichtete Gesamtrendite. Dennoch erzielten die Anleger im Durchschnitt zweistellig negative dollargewichtete Renditen. Der Grund liegt im Anlegerverhalten: Die meisten Investoren stiegen erst auf dem Höhepunkt der Welle ein und verkauften nach dem anschließenden Kurseinbruch. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie stark unüberlegtes Timing selbst bei steigenden Fonds zu Verlusten führen kann.
Falsche Erwartungsbildung durch Extrapolation
Anleger neigen dazu, vergangene Entwicklungen in die Zukunft fortzuschreiben. Hohe vergangene Renditen führen zu hohen Erwartungen, obwohl hohe Bewertungen meist niedrigere zukünftige Renditen bedeuten.
Timing-Fehler kosten mehr als Gebühren
Während Fondsgebühren oft stark diskutiert werden, verliert der durchschnittliche Anleger durch emotional getriebenes Kaufen und Verkaufen oft wesentlich mehr Rendite pro Jahr als durch Verwaltungsgebühren.
Timing-Kosten bei Zu- und Verkäufen
Eine Untersuchung von Friesen und Sapp untersuchte das Verhalten von Mutual-Fund-Investoren. Sie stellten fest, dass schlecht getimte Kaufentscheidungen die Anleger im Schnitt 0,06 Prozent pro Monat kosten. Noch schwerer wiegen schlecht getimte Verkäufe, die einen Renditeverlust von etwa 0,15 Prozent pro Monat verursachen. Das vorschnelle Aussteigen in Verlustphasen richtet somit den größten finanziellen Schaden im Portfolio an.
Rückkehr zum MittelwertMean Reversion
Fonds mit schlechter jüngerer Performance halten oft günstigere Vermögenswerte mit höheren erwarteten Renditen. Gewinnerfonds hingegen halten oft teure Titel, was ihre zukünftigen Ertragschancen schmälert.
5-Minuten-Aktion
Portfolio-Stresstest für Disziplin
- Schreiben Sie den maximalen prozentualen Verlust auf, den Ihr aktuelles Portfolio in einer Krise erleiden könnte.
- Fragen Sie sich ehrlich, ob Sie bei diesem Verluststand ohne Verkäufe investiert bleiben würden.
- Definieren Sie eine feste Regel, wann Sie Ihr Portfolio rebalancieren, statt auf Kursveränderungen spontan zu reagieren.
BeispielWenn ein Aktienportfolio 40 % verliert, lege ich fest, dass ich nicht verkaufe, sondern einmal jährlich im Januar auf die Ursprungsgewichtung zurücksetze.
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