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Aufschieben ist keine Faulheit – warum wir unangenehme Gefühle vermeiden

Kurzfristige Erleichterung hält das Aufschieben trotz späterer Kosten am Leben.

  • Du willst wichtige Aufgaben erledigen, weichst ihnen aber aus, sobald sie Unbehagen oder Unsicherheit auslösen.
  • Du kennst die Folgen des Aufschiebens, doch die kurzfristige Erleichterung setzt sich immer wieder durch.
  • Strenge Selbstdisziplin hat den Einstieg für dich eher bedrohlicher als leichter gemacht.
  • Überspringe das Video, wenn du Aufgaben bewusst wegen anderer Prioritäten verschiebst und nicht unnötig aufschiebst.

The takeaway

Aufschieben bedeutet, eine geplante Aufgabe unnötig zu meiden, obwohl du negative Folgen erwartest. Oft beginnt es damit, dass die Aufgabe Angst, Unsicherheit oder das Gefühl auslöst, nicht gut genug zu sein. Die Verzögerung bringt kurz Erleichterung und verstärkt dadurch das Ausweichen, während der spätere Stress wächst.

Key moments

Concepts & techniques

Bedrohungsreaktion der Amygdala

Wenn sich eine Aufgabe emotional bedrohlich anfühlt, kann die Amygdala eine Angstreaktion auslösen und Adrenalin freisetzen. Diese Reaktion kann den präfrontalen Kortex und damit emotionale Kontrolle sowie langfristige Planung überlagern.

Selbstmitgefühl bei der Arbeit

Harte Selbstkritik legt Schuldgefühle und zusätzlichen Stress auf eine ohnehin unangenehme Aufgabe und verstärkt den Fluchtimpuls. Selbstmitgefühl und die Bereitschaft, sich vergangene Verzögerungen zu verzeihen, können diesen zusätzlichen Druck verringern.

Stories from the video

Das Experiment mit Studierenden

Studierende erhielten zu zufälligen Zeitpunkten am Tag Erinnerungen ans Lernen. Wenn sie gerade lernten, beschrieben sie die Aufgabe als machbar und nicht besonders belastend. Wenn sie aufschoben, fühlte sich allein der Gedanke ans Lernen außergewöhnlich stressig an. Das zeigt, dass Vermeidung eine Aufgabe bedrohlicher erscheinen lassen kann, als sie sich während des Tuns anfühlt.

What this showsVermeidung kann eine Aufgabe schwerer und bedrohlicher wirken lassen, als sie tatsächlich ist, sobald du begonnen hast.

Remember

01

Zeitmanagement trifft nicht immer die Ursache

Zeitpläne helfen möglicherweise nicht, wenn Angst, Unsicherheit oder die Furcht vor Fehlern den Aufschub auslösen und nicht mangelnde Planung.

02

Erleichterung verstärkt das Muster

Vermeidung senkt den Stress für einen Moment. Dadurch lernt das Gehirn, dieses Verhalten zu wiederholen, selbst wenn der nahende Termin bekannt ist.

03

Mehr Druck kann die Vermeidung verstärken

Strenge Selbstkritik fügt der Aufgabe Scham und Angst hinzu. So steigt ihre emotionale Bedrohlichkeit, statt dass der Einstieg leichter wird.

5-Minuten-Aktion

Benenne die Sorge hinter einer aufgeschobenen Aufgabe

  1. Wähle eine Aufgabe, die du gerade vermeidest.
  2. Schreibe einen Satz, der mit „Ich vermeide diese Aufgabe vielleicht, weil …“ beginnt.
  3. Unterstreiche das konkrete Gefühl oder die Sorge in deinem Satz.

ExampleIch vermeide diesen Bericht vielleicht, weil ich befürchte, dass ein erster Entwurf Lücken in meinem Verständnis sichtbar macht.

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